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(Garantiert: von einem Menschen geschrieben)
Viele Organisationen haben das Thema ein paar Jahre lang elegant vertagt. Oft ist genau das der Moment, in dem intern zum ersten Mal echte Nervosität entsteht. Und genau da wird es plötzlich unangenehm konkret. Microsoft 365 lief, Teams war gesetzt, SharePoint irgendwie auch, und der Rest wurde unter „später“ abgelegt. 2026 wirkt diese Haltung erstaunlich alt. So sehen wir es jedenfalls in fast jedem ernsthaften Migrationsgespräch. Microsoft selbst beschreibt heute konkrete Exportpfade für den Wechsel von Teams zu einem anderen Anbieter. Parallel dazu kommen neue Preis- und Paketlogiken zum 1. Juli 2026. Das ist kein Randrauschen mehr. Jetzt geht es ums Ganze, denn aus strategischer Abhängigkeit wird auf einmal ein operatives Thema.
Die Grafik zeigt keinen Alarmismus, sondern Bewegung: Sobald Preis- und Paketlogik sichtbar in Bewegung geraten, werden Exit-Strategien in vielen Organisationen plötzlich sehr konkret.
Das wäre schon genug. Schön wär’s. Hinzu kommt aber auch der politische und regulatorische Druck rund um Bundling, Interoperabilität und Datenportabilität. Wer heute eine Exit-Strategie baut, reagiert also nicht auf einen Hype. Er reagiert auf einen Markt, der sich sichtbar neu sortiert.
Unsere These ist deshalb schlicht. Und, offen gesagt, sie ist ziemlich unideologisch: Die Exit-Strategie-Frage ist keine ideologische Fingerübung gegen Microsoft. Sie ist ein Test auf Handlungsfähigkeit. Können wir wechseln, wenn wir müssen? Können wir verhandeln, ohne faktisch gefangen zu sein? Und wissen wir überhaupt, welche Teile unserer Arbeitsumgebung wirklich migrierbar sind und welche nur auf dem Papier?
Der Verweis auf Nextcloud Hub 9 ist strategisch sehr sinnvoll. Verstehen Sie mich bitte richtig: Operativ braucht diese Referenz eine kurze Einordnung. Klug ist sie trotzdem, denn Hub 9 war der Release, ab dem Nextcloud für viele Organisationen nicht mehr wie eine nette Open-Source-Dateiablage wirkte, sondern wie eine ernsthafte Kollaborationsplattform. Mit Hub 9 kamen unter anderem föderierte Audio- und Videoanrufe, Whiteboard, die Flow-Automatisierung, neue Sicherheitsfunktionen sowie spürbare Ausbauten in Mail, Calendar, Talk und Office. Für uns war das der Punkt, an dem die Plattform als Microsoft-365-Alternative deutlich glaubwürdiger wurde.
Jetzt kommt der Punkt, den man in der Praxis nicht übergehen sollte: Wer 2026 produktiv plant, sollte nicht auf Hub 9 zielen. Hub 9 ist seit September 2025 EOL. So klar muss man das an dieser Stelle sagen. Für unterstützte Systeme sollte die Planung auf einer aktuellen, von Nextcloud gepflegten Version basieren.
Für die strategische Bewertung heißt das: Hub 9 ist heute kein Zielsystem, aber ein nützlicher Referenzpunkt. So sehen wir es jedenfalls aus professioneller Sicht. Er markiert den Release, ab dem Nextcloud funktional ernsthaft in dieselbe Diskussion gehört. Die eigentliche Umsetzung sollte sich 2026 an einer aktuell unterstützten Version orientieren.
Die Timeline zeigt, warum Nextcloud Hub 9 als strategischer Wendepunkt wichtig bleibt, 2026 aber nicht mehr die richtige Zielversion für neue Migrationsprojekte ist.
Nextcloud Hub 9 markiert den Punkt, an dem die Plattform für viele Organisationen deutlich ernster als vollständige Kollaborationslösung wahrgenommen wird.
Mit Version 30.0.16 endet der Lebenszyklus von Hub 9. Spätestens ab hier wird klar: als Referenz nützlich, für neue Produktivplanung aber nicht mehr passend.
Für unterstützte Umgebungen stehen nun aktuelle Releases im Mittelpunkt, darunter 32.0.7 und 33.0.1. Die operative Planung verschiebt sich damit klar auf gepflegte Zielversionen.
Aber lassen Sie uns jetzt erst einmal strukturiert anfangen: „Migration von Microsoft 365“ klingt kompakt. Ist es aber nicht. In Wahrheit sprechen wir über ein Bündel sehr unterschiedlicher Baustellen. Wir trennen mindestens sechs Workloads: Dateien, Mail, Kalender, Kontakte, Chats/Meetings und Identität. Dazu kommen Rechte, Aufbewahrung, Compliance, Automatisierung und Endgeräte.
Das klingt im ersten Moment kleinteilig. Ist es aber nicht, sondern schlicht notwendig. Microsoft selbst behandelt Datenexport je nach Dienst sehr unterschiedlich. Teams nutzt eigene Exportpfade oder APIs. Für Mailboxen sowie SharePoint- und OneDrive-Inhalte laufen Exporte über eDiscovery-Prozesse. Wer hier alles in einen Topf wirft, baut am Ende keine Roadmap, sondern eine Wunschliste.
Die erste echte Checklistenfrage lautet nicht: „Können wir Dateien kopieren?“ Sondern: „Wovon hängt unser Alltag wirklich ab?“ Genau an dieser Stelle trennt sich meistens die saubere Planung vom schnellen Wunschdenken.
Wir prüfen deshalb zuerst:
Und genau das ist der eigentliche Punkt: Eine Dateiablage ist schnell gezählt. Ein Betriebsmodell nicht.
Und genau hier lohnt sich erst einmal ein kurzer Schritt zurück. Nextcloud ist dann stark, wenn man es als Plattform denkt und nicht nur als Ersatz für einen Laufwerksbuchstaben. Meiner Meinung nach wird die Debatte an dieser Stelle oft zu klein geführt. Zur Grundausstattung gehören Dateien, Talk, Groupware und Office-Funktionen. Nextcloud Groupware setzt dabei auf Mail-Client plus Kalender- und Kontaktserver über CalDAV/CardDAV. Das hilft gerade in Übergangsszenarien, weil offene Standards die Kanten glätten, die proprietäre Suites gern produzieren.
Und an dieser Stelle wird es dann ganz praktisch. In der Architekturdefinition klären wir daher früh:
So trocken das auf den ersten Blick klingt: Genau hier entscheidet sich später, ob ein Projekt trägt oder nur ordentlich aussieht.
Jetzt wird es operativ, weil der größte Fehler in Exit-Projekten ist der heimliche Wunsch nach dem heroischen Big Bang. Der sieht auf Folien gut aus. In der Praxis macht er selten Freude.
Aus unserer Sicht ist deshalb der gestufte Übergang fast immer die klügere Variante. Genau dafür sind Brückenfunktionen interessant. Nextcloud setzt inzwischen stärker auf Übergangsszenarien mit Exchange-Sync sowie ausgebauten Export-/Import-Funktionen für mehrere Workloads. Das spricht klar für einen Übergang in Phasen statt für einen Alles-oder-nichts-Schnitt.
Spätestens hier wird es ernst. Ein Exit-Plan ist erst dann belastbar, wenn wir nicht nur Funktionen vergleichen, sondern Exportpfade praktisch prüfen.
Für Teams ist die Lage 2026 klarer als noch vor kurzem: Es gibt einen speziellen Wechsel-Export für kleinere und mittlere Kunden sowie Export-APIs für Chat- und Kanalinhalte. Für eDiscovery-Exporte gilt wiederum: Mailboxen kommen als PST oder Einzelnachrichten, SharePoint- und OneDrive-Inhalte als native Dokumentkopien. Genau an solchen Details entscheidet sich später, ob ein Projekt sauber vorbereitet ist oder unnötig hektisch wird.
Die Grafik übersetzt trockene Produktpolitik in Projektlogik: Wo Exportfenster kurz sind, steigt der operative Druck. Wo Supporthorizonte lang sind, entsteht Planbarkeit.
Und ja: Genau hier zeigt sich oft zum ersten Mal, wie tragfähig die Planung wirklich ist. Wir empfehlen keinen Demo-Piloten mit wohlgesinnten Testern und überschaubaren Daten. Wir empfehlen einen Fachbereich, der wirklich arbeitet, Termine wirklich verschiebt, Freigaben wirklich braucht und sich von hübschen Screenshots nicht beeindrucken lässt.
Der Pilot sollte messbar sein. Nicht nach Sympathie, sondern nach klaren Kriterien:
Wenn der Pilot am Ende nur nett war, war er wahrscheinlich zu weich.
Klingt trocken. Ist es leider nicht. Viele Migrationsprojekte scheitern nicht an Dateien, sondern an Regeln. Wer darf was sehen? Was muss aufbewahrt werden? Welche Inhalte stehen unter Hold? Welche externen Freigaben sind tolerierbar? Welche Protokollierung brauchen wir?
Genau deshalb sollte man solche Vorhaben nicht als Datenkopie lesen, sondern als Governance-Projekt mit technischer Umsetzung.
Spätestens hier endet jede schöne Migrationsfolie und der echte Betrieb beginnt. Am Ende zählt nicht die Migrationsstory, sondern der Montagmorgen danach.
Zur Checkliste gehören deshalb auch:
Wer an dieser Stelle improvisiert, zahlt später doppelt. Einmal in Supportzeit, einmal in verlorener Glaubwürdigkeit.
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Wenn wir diese Projekte nüchtern anschauen, tauchen fast immer dieselben blinden Flecken auf. Die erste Unterschätzung betrifft Rechte und Strukturen. Dateien lassen sich verschieben. Gewachsene Berechtigungsmuster, geteilte Bibliotheken, externe Links und implizite Zuständigkeiten sehr viel schlechter.
Die zweite Unterschätzung betrifft Kommunikation. Und aus unserer Sicht wird genau dieser Punkt oft zu lange zu freundlich behandelt. Ein Teams-Chat ist nicht einfach nur Text. Darin hängen Kanäle, Meeting-Kontexte, Benachrichtigungen, Gewohnheiten und oft auch informelle Prozesse.
Die dritte Unterschätzung betrifft Version und Supportfähigkeit auf der Zielseite. So ehrlich sollte man an dieser Stelle sein: Wer 2026 noch mit Hub 9 plant, hat den strategischen Wert erkannt, für die konkrete Umsetzung aber noch nicht weit genug gedacht. Die saubere Linie lautet: Hub 9 als inhaltlicher Wendepunkt, aktuelle unterstützte Releases als Produktionsziel.
Wenn wir all das zusammfassen, bleiben aus unserer Sicht vier klare Schlussfolgerungen:
Die eigentliche Frage lautet nicht mehr, ob ein Wechsel von Microsoft 365 zu Nextcloud theoretisch möglich ist. Die Frage lautet, für welche Workloads er 2026 praktisch, wirtschaftlich und organisatorisch sauber darstellbar ist. Und genau so sollte man das Thema auch lesen.
Wer das Thema ernst nimmt, sollte sich von zwei Illusionen verabschieden. Erstens: Exit ist kein Wochenendprojekt. Zweitens: Exit ist auch kein revolutionärer Akt. Es ist saubere Vorsorge. Eine Organisation, die ihre Daten, Rechte, Kommunikationswege und Betriebsmodelle sauber kennt, kann wechseln. Und genau dadurch wird sie oft schon vorher unabhängiger.
Für uns ist der Blick auf Nextcloud 2026 deshalb ziemlich klar. Hub 9 war der Beweis, dass aus der Open-Source-Alternative eine ernsthafte Kollaborationsplattform geworden ist. Die operative Planung gehört heute auf aktuelle Versionen. Wer so vorgeht, baut keine Fluchtfantasie. Sondern eine belastbare Option.
#DigitaleSouveränität #OpenSource #Nextcloud #LibreOffice #Microsoft365
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In diesem Sinne,
Ihr Mirza M. Oezoglu
Gründer und Geschäftsführer
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